Aktuelles

Nachhaltigkeits-Talk mit Kölner BundestagskandidatInnen am 29. August 2017

Zusammen mit dem Bündnis kommunaler Nachhaltigkeit Köln und dem Verein KölnAgenda organisiert das forumZFD eine Podiumsdiskussion zur der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung aus Bundesebene und in Köln.

ZFD kritisiert Inhaftierung von Steudtner in der Türkei

Bonn, 18.07.2017. Das Konsortium Ziviler Friedensdienst kritisiert die Verhaftung des Menschenrechtlers Peter Steudtner in der Türkei und fordert seine sofortige Freilassung. Der ZFD bittet auch die Bundesregierung, alle verfügbaren Kräfte einzusetzen, um die sofortige Freilassung Steudtners zu erwirken.

Neuss: Friedensläuferinnen und -läufer trotzen dem Regen

200 Kinder und Jugendliche des Marie-Curie-Gymnasiums laufen für Vielfalt und Frieden beim 3. Neusser Friedenslauf

Konferenz in Berlin: "Nachhaltige Entwicklung braucht Demokratie"

Das forumZFD richtet als Teil der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung mit elf anderen zivilgesellschaftlichen Verbänden und Netzwerken die Konferenz "Nachhaltige Entwicklung braucht Demokratie" aus.

forumZFD auf dem 22. Deutschen Präventionstag in Hannover

Die 3.000 Besucherinnen und Besucher von Polizei, Behörden und sozialen Trägern informierten sich auf dem Präventionstag in Hannover auch über das Programm zu Kommunaler Konfliktberatung des forumZFD.

4.500 Kinder und Jugendliche beim 12. Berliner Friedenslauf

Berlin, 21. Juni 2017. Unter dem Motto „Gemeinsam in Frieden leben!“ setzten im Herzen der Hauptstadt am Brandenburger Tor knapp 4.500 Schülerinnen und Schüler von insgesamt 42 Schulen ein eindrucksvolles Zeichen für eine Willkommenskultur und Solidarität mit Geflüchteten.

Gut im Grundsatz – enttäuschend im Handeln

Köln, 14.06.17. Zu den heute vom Kabinett verabschiedeten Leitlinien der Bundesregierung "Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern" erklärt forumZFD-Vorstand Oliver Knabe:

Darmstadt: Laufen für Vielfalt und Frieden

Darmstadt, 07.06.2017. Unter dem Motto „Gemeinsam in Frieden leben!“ setzten bei der Neuauflage des Darmstädter Friedenslauf im Bürgerpark Nord etwa 1.500 Schülerinnen und Schüler von insgesamt acht Schulen ein eindrucksvolles Zeichen für eine Willkommenskultur und Solidarität mit Geflüchteten.

forumZFD unterzeichnet Appell zu Atomwaffenverbot

Die forumZFD-Mitgliedsorganisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (ippnw) appelliert an Bundeskanzlerin Angela Merkel, ein Verbot von Atomwaffen zu unterstützen und bei den UN-Verahandlungen am 17. Juni 2017 konstruktiv mitzuwirken.

Mit der Agenda 2030 zu einer Politik der Vernunft

Mehr Frieden und Gerechtigkeit! Das fordern mehr als 30 Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft, Religionsgemeinschaften und Gewerkschaften mit unserem Aufruf „Für eine Politik der Vernunft“. Die Agenda 2030 zeigt, wie es geht.

Nach dem G7-Gipfel: Außenpolitik wird Wahlkampfthema

Köln, 30.05.17. Der Liedermacher Hannes Wader, EKD-Reformationsbotschafterin Margot Käßmann, die Publizistin Ulrike Guérot und rund 30 weitere Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Medien sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen, Religionsgemeinschaften und Gewerkschaften rufen zur Bundestagswahl gemeinsam zu Abrüstung und mehr Investitionen für Frieden und Gerechtigkeit auf.

„Du siehst mich!“: forumZFD auf dem Kirchentag 2017 in Berlin

„Du siehst mich!“ lautet das Motto des diesjährigen Kirchentags, der vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin stattfindet. Auch in diesem Jahr ist das forumZFD von Donnerstag bis Samstag auf dem Markt der Möglichkeiten mit einem Stand vertreten. An Stand B16 in Halle 2.1 informiert das forumZFD vom 25. Mai (Donnerstag) bis zum 27. Mai (Samstag) in Berlin über seine Arbeit.

ZFD-Weltkarte: Frieden in Konfliktregionen möglich

Bonn, 16.05.2017. Wie wird Frieden gemacht? Wie geht zivile Konfliktbearbeitung? Wer macht dabei mit? Antworten auf diese Fragen gibt der Zivile Friedensdienst jetzt mit einer interaktiven Weltkarte, die Projekte für Gewaltprävention und Friedensförderung in Konfliktregionen vorstellt.

SIPRI: Weltweite Militärausgaben steigen weiter!

Nach einer Meldung des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) vom 24.4.2017 stiegen die Militärausgaben weltweit insgesamt um 1686 Miliarden Dollar, das sind 0,4 % mehr als im Vorjahr.

Sozialer Frieden – Nachhaltigkeitsstrategie und Agenda 2030 in Villigst diskutiert

Wie kann sozialer Frieden gelingen? Welche nationalen und internationalen Verpflichtungen ergeben sich aus der Agenda 2030? Diese und weitere Fragen wurden auf der Jahrestagung der Plattform zivile Konfliktbearbeitung am 31.03.-2.04.2017 diskutiert. Das forumZFD – Mitgliedsorganisation der Plattform ZKB – brachte an vielen Stellen Erfahrungen aus seiner Arbeit ein.

Auszeichnungen
  • Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 1997
  • Göttinger Friedenspreis 2005
  • Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung 2014
Kontakt

Forum Ziviler Friedensdienst e.V.
Am Kölner Brett 8, 50825 Köln

Tel.: 0221 91 27 32 - 0
kontakt@forumZFD.de
 

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE37370205000008240101
BIC: BFSWDE33XXX

Ansprechpartner

Christoph Bongard

Leiter der Abteilung Kommunikation

Abteilung Kommunikation
Telefon: 
0221 91 27 32 - 31
E-Mail: 
bongardatforumZFD [dot] de



Sozialer Frieden – Nachhaltigkeitsstrategie und Agenda 2030 in Villigst diskutiert

Wie kann sozialer Frieden gelingen? Welche nationalen und internationalen Verpflichtungen ergeben sich aus der Agenda 2030? Diese und weitere Fragen wurden auf der Jahrestagung der Plattform zivile Konfliktbearbeitung am 31.03.-2.04.2017 diskutiert. Das forumZFD – Mitgliedsorganisation der Plattform ZKB – brachte an vielen Stellen Erfahrungen aus seiner Arbeit ein.

 

Azzam Moustafa, Mitarbeiter der forumZFD-Partnerorganisation Basmeh & Zeitooneh im Libanon berichtete im Workshop "Conflicts and Social Peace in Municipalities" (Konflikte und Sozialer Frieden in Kommunen) von seiner Arbeit im Kooperationsprojekt von Geflüchteten und Einheimischen im Libanon im Projekt "Future together now“.

Hagen Berndt, forumZFD-Berater in der Kommunalen Konfliktberatung, teilte seine Erfahrungen aus der Arbeit an Konflikten in deutschen Städten und Gemeinden ebenso wie Christa Frenzel, erste Stadträtin von Salzgitter, einer der Partnerkommunen des forumZFD.

Richard Klasen, Referent für die UN- Nachhaltigkeitsagenda beim forumZFD, ging der Frage nach, wie die Agenda zu einem Politikwechsel beitragen kann.

 

Sozialer Frieden

Eine nationale und globale Verpflichtung aus der Agenda 2030

Tagung 31.3.-2.4. 2017, Ev. Akademie Villigst, Schwerte

„Sozialer Frieden - Eine nationale und globale Verpflichtung aus der Agenda 2030“ – den Titel der Tagung füllten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom 31. März bis 2. April 2017 in der Evangelischen Akademie Villigst mit Leben. Der Begriff „Sozialer Frieden“ war Inspiration und Ansporn für konstruktive Diskussionen auf unterschiedlichen Ebenen und zu unterschiedlichen Themen auf der gemeinsam mit der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung und Brot für die Welt veranstalteten Tagung:

Deutschland ist ein Entwicklungsland

Deutschland ist nicht überall Weltmeister, sondern in vielen Politikbereichen auch Entwicklungsland. Der große politische Handlungsbedarf im Inland wurde vor allem in Bezug auf das Ziel, materielle Ungleichheiten zu verringern, deutlich. Prof. Eva Senghaas-Knobloch (Bremen) wies etwa auf die Zunahme von Niedriglohn und atypische Beschäftigungen in der Arbeitswelt hin. Hagen Berndt vom Projekt Kommunale Konfliktberatung des Forum Ziviler Friedensdienst und Eckart Riechmann aus der Stadtverwaltung Bautzen stellten anschaulich die Herausforderungen durch Konflikte auf kommunaler Ebene dar.

Die Friedensdimension ist neu

Einige der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) fanden sich bereits in den Milleniumentwicklungszielen (MDGs). Neu enthalten ist jedoch in der Agenda 2030 die Friedensdimension und die konkreten Formulierungen im Ziel 16 und anderen Zielen – nicht zuletzt, weil die Länder mit massiver Gewalt kein einziges der MDGs erreichen konnten. Für die Ausarbeitung und Umsetzung der Friedensdimension stand etwa Marc Baxmann von der Gruppe Frieden und Entwicklung (FriEnt). Auch das Ziel, nicht nur Armut zu überwinden, sondern auch Ungleichheiten zu verringern, ist neu in den SDGs enthalten.

Globales Lernen erleben

Nicht der reiche globale Norden hilft dem Süden wie noch in den Milleniumsentwicklungszielen sondern alle stehen in der Verantwortung und lernen voneinander. Die Agenda 2030 hat dieses Prinzip erstmals auf der globalen Regierungsebene verankert. Die Beteiligung von Ramesh Sharma von der indischen Bewegung Ekta Parishad, Stan Henkeman vom südafrikanischen Institute for Justice and Reconciliation (IJR) sowie Azzam Moustafa von der libanesischen Organisation Basmeh & Zeitooneh („Lachen und Olive“) ermöglichte sowohl Süd-Nord-Lernen als auch neue Vernetzungen. Die Verbindung zwischen Friedensarbeit und der Überwindung von materieller Ungleichheit und Ungerechtigkeit wird in Deutschland verstärkt diskutiert – in anderen Ländern ist dieser Zusammenhang schon lange selbstverständlich. Konkret lädt Ekta Parishad zur Beteiligung an der Aktion Jai Jagat 2020 ein: Ein Marsch von Delhi nach Genf.

Sozialpolitik und Friedenspolitik

Die Tagung verfolgte das Ziel, unter dem Titel „Sozialer Frieden“ den Dialog zwischen friedenspolitischen und sozialpolitischen Perspektiven zu intensivieren. Aufgrund weniger Anmeldungen aus dem sozialpolitischen Umfeld und kurzfristiger Absagen von Referenten aus Diakonie und Gewerkschaft wurde dieses Ziel nicht erreicht. Diese Erfahrung bestärkte die Erkenntnis, dass die Verbindung verschiedener Politikbereiche, die oft in ihren Silos bleiben, eine große Herausforderung darstellt. Nicht umsonst strebt die Agenda 2030 in dem Ziel 17 Multiakteurspartnerschaften an. In Deutschland ist die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung deshalb in einem Netzwerk mit Verbänden aus Sozialpolitik, Entwicklungspolitik und Umweltpolitik sowie Gewerkschaften engagiert.

Die Agenda 2030 ist der Rahmen

Trotz dieser Schwierigkeit ist deutlich geworden, dass die Agenda 2030 genau der richtige konzeptionelle - und vielleicht der einzige wirksame – Rahmen ist, um die globalen Probleme gemeinsam zu überwinden. Die Konferenz benannte auch Schwachstellen der Agenda 2030, so stellt sie das neoliberale Paradigma nicht explizit in Frage.  Die Nachhaltigen Entwicklungsziele wurden von allen Regierungen – aus Nord und Süd, Ost und West – und mit intensiver Beteiligung und Kritik der Zivilgesellschaft entwickelt. Sie umfassen wesentliche Politikbereiche und die unterschiedlichen politischen Ebenen. Damit haben sie ein immenses politisches Potenzial, das in Gesellschaft und Politik stärker genutzt werden sollte. Diese Überzeugung wächst mit der intensiven Diskussion, das wurde auch im Abschlusspodium mit Sabine Lösing (Europäisches Parlament), Michael Vietz (Bundestag) und Christa Frenzel (Stadt Salzgitter) deutlich.

Eine positive Vision

Die Agenda 2030 ist nicht nur eine Vereinbarung, sondern stellt zugleich den massiven globalen Problemen, die in diesen Tagen wieder sehr deutlich werden, eine positive Vision einer Welt entgegen, in denen Menschen nicht vor Krieg und Not ihre Heimat verlassen müssen. Die Agenda 2030 beschreibt eine Welt, in der das Recht jedes Menschen auf Beteiligung verwirklicht wird. Eine Welt die sich nach der inklusiven „Friedenslogik“ für alle richtet, nicht nach einer exklusiven „Sicherheitslogik“ für wenige. Dies gilt nicht nur in der Außenpolitik sondern auch bei der Inneren Sicherheit, wie Prof. Christoph Weller (Augsburg) und Hagen Berndt deutlich machten. Wie zivilgesellschaftliche Organisationen weltweit auf die Umsetzung dieser Vision drängen, machte Daniel Jüttner von Brot für die Welt deutlich. Die Formulierung „keinen zurücklassen“ (to leave no one behind) wurde allerdings als paternalistisch und nicht rechtebasiert kritisiert, sie entspreche „der Logik der Fürsten“ und nicht der Demokratie und der Menschenrechte, so Prof. Hanne Birckenbach.

Konkrete Schritte

Die Verwirklichung dieser positiven Vision soll in 13 Jahren geschehen – eine ziemlich kurze Zeit. Umso wichtiger ist es, noch mehr gesellschaftlichen Rückhalt für die Agenda 2030 und für die gemeinsame zivilgesellschaftliche Arbeit zur Agenda 2030 – etwa in Form des jährlichen Schattenberichts – zu entwickeln. Dies gilt insbesondere angesichts der ernüchternden Darstellungen aus der Politik, wie gering der Stellenwert der Agenda 2030 bisher auf allen staatlichen Ebenen ist - immerhin klare Zusagen zur Beteiligung an einer gemeinsamen jährlichen Überprüfung der Umsetzung. Die Konferenz hat die Motivation verschiedener Organisationen und Initiativen verstärkt, sich noch stärker für die Umsetzung der Agenda 2030 einzusetzen. Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung wird in der nächsten Zeit auch die Ausarbeitung und Umsetzung einer friedenslogischen Politik vorantreiben.

 

 

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