Aktuelles

Hochaktuell und absolut verdient. forumZFD gratuliert ICAN zum Friedensnobelpreis 2017

"Die Verleihung an die internationale Kampagne für ein Atomwaffenverbot rückt eine hochaktuelle Problematik in den Blickpunkt der Öffentlichkeit." erklärt forumZFD-Vorstand Oliver Knabe.

Abschied von einem streitbaren Politker

Zum Tod von Heiner Geißler erinnert der Gründungsvorsitzende des forumZFD, Heinz Wagner, an einen streitbaren Politiker und frühen Unterstützer des Zivilen Friedensdienstes.

"Disturbing the Peace" - Einladung zu Film und Gesprächsrunde

Der Film "Disturbing the Peace" über und mit der forumZFD-Partnerorganisation Combatants for Peace geht im Oktober 2017 auf Deutschlandtour (Aachen, Darmstadt, Berlin, Braunschweig und Köln). Im Anschluss findet eine offene Gesprächsrunde mit den Filmemachern und Mitgliedern der Combatants for Peace statt.

Zivile Konfliktbearbeitung und neue Theorien der Friedensforschung

Prof. DDr. Wolfgang Dietrich, Friedensforscher an der Universität Innsbruck, referiert am 13. September um 19:30 Uhr im Friedensbildungswerk, Köln.

Dokumentation zum Fachgespräch: Eine neue Städte-Agenda, auch für Köln?

Am 10. Mai 2017 fand im Studienhaus der Kölner Volkshochschule ein Fachgespräch über die Umsetzung der New Urban Agenda und der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene statt. Dabei stand das Thema "inklusive und sicher Städte" im Fokus. Eine nun veröffentlichte Dokumentation fasst die Ergebnisse zusammen.

Deutschland bleibt eine Großbaustelle in Sachen Nachhaltigkeit

Elf zivilgesellschaftliche Verbände und Netzwerke veröffentlichen Bericht zum Zustand nachhaltiger Entwicklung in Deutschland. Sie fordern Veränderungen von der künftigen Bundesregierung und dem neuen Bundestag.

Volles Haus beim ersten Kölner Nachhaltigkeitstalk

Wie wollen die Parteien die globale Nachhaltigkeitsagenda in der nächsten Legislaturperiode umsetzen? Und welche Schwerpunkte wollen die Kölner Bundestagsabgeordneten dabei legen? Diese Fragen standen am Dienstag beim Nachhaltigkeits-Talk in der Alten Feuerwache in Köln im Mittelpunkt.

Bonner Friedenstage 2017

Das forumZFD lädt gemeinsam mit insgesamt 13 Organisationen des Koordinationskreises der Bonner Friedenstage zu vielfältigen Veranstaltungen vom 1. bis 30. September 2017 ein.

Nachhaltigkeits-Talk mit Kölner BundestagskandidatInnen am 29. August 2017

Zusammen mit dem Bündnis kommunaler Nachhaltigkeit Köln und dem Verein KölnAgenda organisiert das forumZFD eine Podiumsdiskussion zur der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung aus Bundesebene und in Köln.

ZFD kritisiert Inhaftierung von Steudtner in der Türkei

Bonn, 18.07.2017. Das Konsortium Ziviler Friedensdienst kritisiert die Verhaftung des Menschenrechtlers Peter Steudtner in der Türkei und fordert seine sofortige Freilassung. Der ZFD bittet auch die Bundesregierung, alle verfügbaren Kräfte einzusetzen, um die sofortige Freilassung Steudtners zu erwirken.

Neuss: Friedensläuferinnen und -läufer trotzen dem Regen

200 Kinder und Jugendliche des Marie-Curie-Gymnasiums laufen für Vielfalt und Frieden beim 3. Neusser Friedenslauf

Konferenz in Berlin: "Nachhaltige Entwicklung braucht Demokratie"

Das forumZFD richtet als Teil der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung mit elf anderen zivilgesellschaftlichen Verbänden und Netzwerken die Konferenz "Nachhaltige Entwicklung braucht Demokratie" aus.

forumZFD auf dem 22. Deutschen Präventionstag in Hannover

Die 3.000 Besucherinnen und Besucher von Polizei, Behörden und sozialen Trägern informierten sich auf dem Präventionstag in Hannover auch über das Programm zu Kommunaler Konfliktberatung des forumZFD.

4.500 Kinder und Jugendliche beim 12. Berliner Friedenslauf

Berlin, 21. Juni 2017. Unter dem Motto „Gemeinsam in Frieden leben!“ setzten im Herzen der Hauptstadt am Brandenburger Tor knapp 4.500 Schülerinnen und Schüler von insgesamt 42 Schulen ein eindrucksvolles Zeichen für eine Willkommenskultur und Solidarität mit Geflüchteten.

Gut im Grundsatz – enttäuschend im Handeln

Köln, 14.06.17. Zu den heute vom Kabinett verabschiedeten Leitlinien der Bundesregierung "Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern" erklärt forumZFD-Vorstand Oliver Knabe:

Auszeichnungen
  • Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 1997
  • Göttinger Friedenspreis 2005
  • Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung 2014
Kontakt

Forum Ziviler Friedensdienst e.V.
Am Kölner Brett 8, 50825 Köln

Tel.: 0221 91 27 32 - 0
kontakt@forumZFD.de
 

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE37370205000008240101
BIC: BFSWDE33XXX

Ansprechpartner

Christoph Bongard

Leiter der Abteilung Kommunikation

Abteilung Kommunikation
Telefon: 
0221 91 27 32 - 31
E-Mail: 
bongardatforumZFD [dot] de



Nicht mein Volk.

Die Rede des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke bei einer Veranstaltung der Jungen Alternative in Dresden traf nicht nur in Deutschland auf breiten Protest. Maike Dafeld arbeitet für das forumZFD für eine Aufarbeitung der gewaltvollen Vergangenheit im westlichen Balkan. Wir dokumentieren ihren Kommentar zu Höckes Rede.

Von Maike Dafeld

Björn Höcke hat mit seiner Rede in Dresden für Aufruhr gesorgt. Seine Inszenierung als mutiger und selbstloser Patriot, die Angst um die „einst schöne Heimat“ die von „multikultureller Beliebigkeit“ bedroht ist, die Diffamierung unserer demokratisch gewählten Regierung als „Regime“ – jeder einzelne Absatz seiner Rede verdiente einen Aufschrei der Empörung.

Doch für mich persönlich war der Aufruf zu einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“ der schockierendste Moment seiner Rede. Die Erinnerung an die Opfer des Holocaust sind laut Höcke „tote Riten“, die man scheinbar nicht mehr braucht. Stattdessen sollten wir uns einen „selbstbewussten Patriotismus“ auf die Fahne schreiben.

Und dazu schreien Leute im Chor „Wir sind das Volk“. Nein. Ihr seid nicht mein Volk. Ihr seid nicht das Volk, dem ich angehören möchte. Ihr seid nicht das Volk, mit dem ich die Zukunft Deutschlands gestalten will.

Durch meine Arbeit im Kosovo beschäftige ich mich tagtäglich mit Erinnerung, Gedenken und der Interpretation von historischen Geschehnissen. Im Kosovo und auf dem gesamten westlichen Balkan spielen Ereignisse, die vor Jahrhunderten stattfanden, auch heute noch in der Politik eine große Rolle. Nationalistische Mythen und Feindbilder beeinflussen das Denken und Handeln vieler Menschen und verhindern eine gesamtgesellschaftliche Aufarbeitung der Vergangenheit. Erst letzte Woche wurde ein Zug bedruckt mit dem provokanten Statement „Kosovo ist Serbien“ von Serbien Richtung Kosovo auf den Weg geschickt und löste politische Spannungen zwischen beiden Staaten aus.

Gerade vor diesem Hintergrund erscheint mir die deutsche Erinnerungspolitik, die sich so offen, schonungslos und intensiv mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt, als eine besondere Leistung unserer Gesellschaft. Indem sich jeder Mensch der Verbrechen, die in der Vergangenheit im Namen Deutschlands begangen wurden, bewusst ist, werden wir zu einer gerüsteten, wachsamen Demokratie, die – so meine Hoffnung – eine Wiederholung solcher Verbrechen verhindern wird.

Die Vergangenheit Deutschlands lädt uns keine persönliche Schuld auf, doch sie bringt eine große Verantwortung gegenüber der Zukunft mit sich: Die Verantwortung, Zivilcourage zu zeigen, wenn andere wegschauen, die Verantwortung, sich für Toleranz und Menschenrechte einzusetzen und die Verantwortung, gegen Unrecht zu protestieren – auch wenn das ungemütlich werden kann.

Dieser Verantwortung sollten sich alle, die nicht mit Herrn Höcke im Chor „Wir sind das Volk“ rufen, entsinnen. Wir müssen widersprechen, wenn sich Politiker einer Rhetorik bedienen, die schon die Nationalsozialisten gerne pflegten. Wir sollten uns eben nicht nur an die Dichter und Denker Deutschlands erinnern, sondern auch an den Holocaust und seine Opfer. Und wir sollten eingreifen, wenn vor unseren Augen Menschen diskriminiert und ausgegrenzt werden.

Konkret bedeutet das vor allem, sich zu informieren. Bewegt euch aus eurer Informationsblase heraus und verfolgt auch die Kanäle, die nicht eure eigene politische Meinung widerspiegeln! Lasst euch auf ernsthafte Diskussionen ein und scheut keine Kontroversen! Redet mit euren Eltern, dem ehemaligen Schulkameraden, den Kollegen – all jenen, die mit einer Stimme für die AfD im nächsten Herbst liebäugeln und macht ihnen klar, dass auch Herr Höcke die AfD ist! Nehmt euer Wahlrecht wahr und bringt euch als aktive Bürger ein! Engagiert euch in der Lokalpolitik oder in einem Ehrenamt! Und ganz konkret für nächste Woche: Erinnert euch der Millionen Ermordeten am Gedenktag für die Opfer des Holocausts, dem 27. Januar 2017.

Nur so können wir unserer Verantwortung für die deutsche Geschichte gerecht werden und Herrn Höcke zeigen, dass es in Deutschland noch ein ganz anderes Volk gibt.

 

Maike Dafeld arbeitet als Friedens- und Konfliktberaterin des forumZFD im Kosovo.

Informationen zur Arbeit des forumZFD im westlichen Balkan finden Sie auch unter westernbalkans.forumzfd.org

Ansprechpartner: